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Die Stadt Leun ist KOMPASS-Kommune

KOMPASS steht für KOMmunalProgrAmm SicherheitsSiegel. Im Rahmen dieses Programmes gehören auch Informationen und Präventionsarbeit.

  

In den letzten Wochen wurde uns im Rathaus immer mal wieder über brenzligen Situationen und die vermehrte Nutzung von e-Scootern berichtet.

 

 

Wir möchten daher über dieses Thema informieren und auf die Gefahren und Rechtslage hinweisen.

 

 

Ordnungsamt der Stadt Leun

 

  

e-Scooter

 1.       Was sind e-Scooter ?

 

Damit sind meist klappbare E-Tretroller, manchmal aber auch Elektroroller, Stehroller (Segways) oder sogar E-Boards (Self-Balancing Boards, Hoverboards, Mini-Segway) gemeint. Hier geht es vorrangig um E-Tretroller, Personal Light Electric Vehicle (PLEV). Die Politik nennt die neuen Trendflitzer Elektrokleinstfahrzeuge. Sie haben einen elektrischen Antrieb und sind bis zu 20 km/h schnell. Ein Elektro-Tretroller ist also ein Tretroller, der von einem Elektromotor angetrieben wird. Der Fahrer bewegt sich darauf stehend oder sitzend fort. Elektro-Tretroller werden oftmals auch als E-Scooter oder Elektro-Scooter bezeichnet. Nicht zu verwechseln sind sie jedoch mit Elektromotorrollern, auf welchen man sich sitzend fortbewegt, die aber häufig ebenfalls E-Scooter genannt werden. Der Begriff Tretroller ist allerdings irreführend, da die Kleinstfahrzeuge nicht durch Treten, sondern mit Hilfe eines elektrischen Antriebes fortbewegt werden. 

 

Seit etwa Mitte der 2010er-Jahre erfreuen sich Elektro-Tretroller immer größerer Beliebtheit. Der in dieser Zeit zu beobachtende Trend zur Elektromobilität zeigt, dass insbesondere in Städten viele Menschen auf der Suche nach einer Alternative zum  Auto mit Verbrennungsmotor sind. Elektro-Tretroller ermöglichen es, kurze Distanzen entweder von zu Hause, vom Parkplatz oder vom Bahnhof rasch zurückzulegen. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von der „letzten Meile“. Viele Städte, wie  etwa Paris, Tel Aviv oder Wien erhoffen sich von der Verwendung von Elektro-Tretrollern auch eine Entlastung der angespannten Verkehrssituation und der Parkplatznot.

 

2.       Wozu eignen sich e-Scooter ?

 

Die meisten E-Scooter sind umweltfreundlich, leicht zusammenklappbar und überall mit hinzunehmen. Daher sind sie ideal für den sogenannten letzten Kilometer (last mile), etwa im Anschluss an eine Auto-, Bus- oder Bahnfahrt. Vor allem in verstopften Großstädten werden sie immer beliebter, aber auch auf Campingplätzen sind sie gut zu gebrauchen.

 

3.       Welche Unfallgefahr besteht ?

 

Die Unfallgefahr ist nicht zu unterschätzen. Weil Gehwege zum Schutz der Fußgänger tabu sind, müssen E-Scooter auf Radwegen oder gar auf der Straße fahren. Damit ist Konfliktpotenzial programmiert, etwa die Gefahr eines Zusammenstoßes mit Autos oder Radfahrern. Wegen der Verletzungsgefahr wird allgemein zum Tragen eines Helms geraten, auch wenn er nicht vorgeschrieben ist. In Stockholm und in Paris sind bereits Menschen nach Unfällen mit E-Scootern gestorben, auch aus den USA wird von mehreren Todesfällen berichtet.

 

4.       Wann sollten e-Scooter zugelassen sein :

 

Seit Mitte Juni 2019 könnten die ersten E-Tretroller in Deutschland zugelassen werden. Zuvor müssen die Hersteller für ihre Modelle eine Allgemeine Betriebserlaubnis beim Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) beantragen – wenn die Verordnung mit den Zulassungsregeln in Kraft ist. Das Bearbeiten dauere dann rund zwei Wochen. Beim KBA gingen inzwischen 99 Interessensbekundungen von Herstellern ein, teilte das Bundesverkehrsministerium mit. Käufer und Vermieter von E-Tretrollern müssen sich außerdem noch Haftpflicht-versicherungen besorgen. Auch das kann etwas Zeit in Anspruch nehmen.

 

5.       Was ist derzeit bereits erhältlich ?

 

Bereits jetzt legal per Ausnahmegenehmigung zu fahren ist beispielsweise der Metz-Moover, der allerdings 2000 Euro kostet (einen Test von COMPUTER BILD finden Sie hier).

Ebenfalls auf dem Markt ist der BMW X2City, der sogar noch etwas teurer ist. Im Internet gibt es mehrere Übersichten der E-Scooter, die jetzt schon kaufen können und/oder die in Kürze kommen.

 

6.       Was ist mit Tretrollern ohne Zulassung ?

 

In Baumärkten und Technik-Kaufhäusern wurden vereinzelt bereits E-Tretroller verkauft, die aber offiziell nicht für den Straßenverkehr zugelassen sind. Damit darf niemand auf öffentlichen Wegen fahren. Wenn die Gefährte die Anforderungen der Verordnung nicht erfüllen, können sie nachgerüstet werden. Dabei liegt es laut Verkehrsministerium aber bei Herstellern oder Händlern, ob sie eine Nachrüstung anbieten. Falls nicht, dürfen diese Roller nur auf Privatgrundstücken bewegt werden. 

 

7.       Wo dürfen e-Scooter fahren ?

 

Nur auf den Radwegen, Fußwege sind tabu. Wenn kein Radweg vorhanden ist, muss man auf die Straße. 

 

8.       Wie ist die Reichweite ?

 

Der Metz Moover verspricht mit einem 210 Wattstunden starken Lithium-Ionen-Akku eine Reichweite von bis zu 25 Kilometern – bei einem Maximalgewicht des Nutzers von 95 Kilogramm. Ähnlich sieht es beim BMW X2City aus.

 

9.       Wie werden e-Scooter bedient ?

 

Beschleunigt wird meist über einen Gasgriff am Lenker, der BMW X2City hat hinten ein Fußpedal für fünf Geschwindigkeitsstufen. Gebremst wird wie beim Fahrrad per Handbremse. Bei einigen Modellen können über Bedienelemente am Lenker Fahrdaten eingesehen werden.

 

10.   Welche weiteren Vorschriften gelten für e-Scooter ?

 

Es gibt ein Mindestalter von 14 Jahren bis 20 km/h, , <12 km/h 12 Jahre.  Alle E-Scooter über sechs km/h unterliegen der Versicherungspflicht, müssen also ein kleines Versicherungskennzeichen tragen. Die E-Tretroller brauchen laut "Verordnung über die Teilnahme von Elektrokleinstfahrzeugen am Straßenverkehr" zwei voneinander unabhängige Bremsen, Scheinwerfer, Schlussleuchte, Rückstrahler und Seitenreflektoren. Maximale Abmessungen: 200 cm Länge, 70 cm Breite, 140 cm Höhe, Maximalgewicht: 55 kg (ohne Fahrer). Pflicht sind unter anderem auch zwei unabhängig voneinander wirkende Bremsen, eine Beleuchtung und eine "helltönende Glocke". Für Auto-Fahranfänger gilt null Promille auf Scootern. Für andere greift wie beim Auto die 0,5-Promille-Grenze.

 

11.   Kann man e-Scooter auch leihen ?

 

Ja, in einigen deutschen Städten bereiten Unternehmen ein Sharing-System vor, ähnlich wie bei Stadtfahrrädern. Einige Start-up-Unternehmen wittern bereits das große Geschäft mit der urbanen Mobilität. Gesucht und bezahlt wird per App, die Roller können stehen gelassen werden, sie werden eingesammelt und über Nacht wieder aufgeladen. Allerdings zeigen die Erfahrungen aus den USA, dass achtlos abgestellte E-Scooter oder rücksichtslose Nutzer schnell zu Chaos führen können. So wurden die Elektro-Tretroller in San Francisco wieder verboten. Auch in Madrid wurden sie nach einer kurzen Probephase vom Gehweg auf die Straße verbannt.

 

12.   Was kosten e-Scooter ?

 

Das günstigste Gerät im AUTO BILD-Test von Elektro-Scootern ohne Sitz, der Takira-Electronic Star V6, kostet 130 Euro. Das Modell ging aus dem Test aber als unbrauchbar hervor. Für den teuersten Scooter ohne Sitzmöglichkeit, den Scuddy-Ultimate-Premium, muss man satte 5250 Euro anlegen. Der ist allerdings auch technisch deutlich ausgereifter und fährt bis zu 45 km/h schnell. Damit darf er nicht auf öffentlichen Straßen fahren. 

 

13.   Müssen e-Scooter versichert sein ?

 

Jeder E-Tretroller braucht eine Kfz-Haftpflicht. Da die Fahrt keine eigene Kraft des Fahrers beansprucht (wie etwa beim Fahrrad), besteht eine Versicherungspflicht wie für Autos und Mopeds. Ohne Versicherungsplakette am E-Roller drohen Geld- und Freiheitsstrafen.

Die meisten Versicherungen bieten den Rollerschutz schon für weniger als 30 Euro. Die meisten Versicherungsangebote für E-Roller orientieren sich an den Versicherungen für Mofas.

 

Allerdings muss der Entwurf der technischen Vorrausetzungen noch verifiziert werden, damit die Prüfinstitute wie z.B. der TÜV die E-Roller zertifizieren können und dürfen. Ab dem 15.06.2019 können Gutachten seitens der Prüfinstitute und Anträge auf Erteilung einer ABE beim KBA (Kraftfahrt-Bundesamt) eingereicht werden.

 

 

 E-Hoverboards und E-Skateboards werden vorläufig nicht für den Straßenverkehr zugelassen. Ein Verordnungsvorhaben wird erarbeitet.



 

Kurzfassung der Elektrokleinstfahrzeug-Verordnung:

 

 ·         V/max bis 20 km/h ab 14 Jahren.

 ·         Keine Führerscheinpflicht.

 ·         Keine Helmpflicht.

 ·         Versicherungspflicht inklusive Versicherungskennzeichen mit Hologramm / Aufkleber 5,28cm x 6,5cm.

 ·         Fahrzeuge sind den Fahrrädern gleichgestellt und müssen den Radweg benutzen.

 ·         Eine ABE (Allgemeine Betriebserlaubnis) ist Bedingung für eine Zulassung.

 ·         Zwei voneinander unabhängige Bremsen sind notwendig.

 ·         Beleuchtungsanlage (Bremslicht, Blinker als Option erlaubt).

 ·         Helltönende Glocke.

 ·         Ein Sitz beim E-Roller ist nicht erlaubt.

 ·         Leistung 500 Watt max.


PDF-Datei Flyer Elektrokleinstfahrzeuge FAQ
PDF-Datei Flyer E-Scooter
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BGM Hartmann

 

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